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Autokauf in Australien
Wer eine längere Zeit in Australien verbringen und etwas vom Land sehen will, tut gut daran, sich ein eigenes Auto zuzulegen. So kann man am unabhängigsten alles Orte bereisen, die man sehen möchte, und man spart sich teure Bus-Tickets und, wenn man ein Bett hinten reinbastelt, sogar die Unterkunftskosten. Es werden ständig Autos von Backpackern zu Backpackern übergeben, die zum Teil schon recht alt sind und viele Kilometer gefahren sind… Aber in Australien gelten eben andere Größen; Ein Auto mit 1995er Baujahr ist brandneu und 300.000 km auf dem Kilometerzähler sind noch gar nichts!
Trotzdem sollte man immer vorsichtig sein, wenn man anderen Reisenden in Australien ein Auto abkauft. Die Anzeigen oder Angebote für zu verkaufende Backpackerwagen findet man am besten an den schwarzen Brettern von Hostels oder auf Internetseiten, wo man genaue Location und Wunschauto für die Suche eingeben kann.
Wenn in der Anzeige schon so etwas steht wie "Quick Sale! Must go back to Europe!", entspricht das nicht immer der Wahrheit. Oft wollen Leute dann ihr Auto schnell loswerden weil es total im Eimer ist, oder sie tun so, als ob sie wegen des angeblich nahenden Rückflugs das Auto für einen extrem niedrigen Preis anbieten würden - obwohl das gar nicht stimmt und sie mit dieser Masche noch mehr Geld bekommen als das Auto eigentlich wert ist.
Es kommt aber ab und zu wirklich vor, dass sich Jemand in der Zeit verschätzt und sein Auto auf den letzten Drücker für einen supergünstigen Preis verkaufen muss…
Um die schlechten von den guten Angeboten zu unterscheiden, muss man einige Dinge beachten:
- In manchen Staaten werden road worthy certificates zum Verkauf bzw. Anmelden auf neue Personen benötigt. Das ist ein Straßen-Tauglichkeits-Zertifikat (ähnlich wie unser TÜV), welches ein Verfallsdatum hat! Also immer darauf achten, dass das road worthy, auch "pink slip" genannt, nicht schon verfallen ist.
- Wenn der Vorbesitzer des Autos Schulden gemacht hat (z.B. durch Falschparken oder zu schnelles Fahren) und diese noch nicht abgezahlt wurden, kauft man die Schulden mit dem Auto mit. Es gibt einen kostenpflichtigen Telefonservice, bei dem man unter Angabe von Nummernschild etc. Auskunft darüber erhält, ob für das Auto Schulden existieren oder nicht.
- Bei einem Blick unter das Auto sollte man keine schlimmen Roststellen entdecken, auch die Achsen sollten nicht rostig sein.
- Die Räder müssen fest sitzen und bei einem herzhaften Tritt nicht zu erschüttern sein.
- Ist das Reifenprofil schon stark abgefahren, sollte man vor dem Kauf neue Reifen aufziehen lassen oder den Preis dafür vom Kaufpreis abziehen (ca. 100 $ AD pro Reifen).
- Wenn unter dem Auto Flüssigkeit auf den Boden tropft oder irgendwo Tropfen hängen, sollte man auf einen Werkstatt-Test bestehen.
- Ein bisschen ölig kann der Motor aussehen, wenn es sich um ein sehr altes Auto handelt… aber wenn der Motor völlig verklebt ist, kann das mehr sein als nur ein kleines Leck: Ab zum Mechaniker.
- Der Auspuff sollte beim Gasgeben keinen weißen oder blauen Qualm ausstoßen.
- Bei der Probefahrt prüfen, ob das Auto beim Bremsen nach links oder rechts zieht. Man kann zur Sicherheit auch mal den Rückwärtsgang und alle Lichter testen…
- Am sichersten ist es immer, noch mal einen Check bei der Werkstatt machen zu lassen!
- Ist alles zufrieden stellend, muss vor der Geldübergabe ein Kaufvertag mit Ort, Name des Verkäufers und Käufers, Datum und Autodaten (Nummernschild, Registrierungsnummer (Rego), Kilometerstand) aufgesetzt werden.
- Je nach Staat benötigt man ggf. ein wie gesagt gültiges road worthy certificate (TÜV) und das Receipt (quasi Fahrzeugschein) vom Vorbesitzer des Autos (Bild rechts). Unbedingt prüfen, ob der Name des Verkäufers mit dem Namen auf diesem Receipt übereinstimmt! (Führerschein zeigen lassen)
Die meisten Punkte klingen zwar banal, aber ich spreche aus (schlechter) Erfahrung… Und wenn man das Geld erst einmal los ist, ist es zu spät.